Digitale Daseinsvorsorge

Die govdigital entwickelt im Auftrag des IT-Planungsrates einen digitalen Marktplatz. Dieser wird zukünftig den Austausch von EfA-Leistungen innerhalb der Verwaltung ermöglichen und damit einen Beitrag zur digitalen Daseinsvorsorge für Bürgerinnen und Bürger leisten.

Digitale Daseinsvorsorge ist eine der zentralen Aufgaben für Kommunen. Bürgerinnen und Bürger sollen ihre Behörden (auch) online erreichen können. Das Onlinezugangsgesetz (OZG) verpflichtet Verwaltungen, bis Ende 2022 alle Verwaltungsleistungen zu digitalisieren. Zentral ist hierbei das Motto "Einer für Alle" – oder kurz: "EfA". Jedes Bundesland soll zusammen mit den staatlichen IT-Dienstleistern Leistungen so digitalisieren, dass auch Verwaltungen in anderen Bundesländern sie nachnutzen können. Jedoch mangelt es bisher an Überblick und Transparenz über so entstehende EfA-Leistungen und an rechtssicheren und einfachen Beschaffungswegen.

Vor diesem Hintergrund hat der IT-Planungsrat in seiner 36. Sitzung beschlossen, die govdigital mit dem schrittweisen Aufbau eines Marktplatzes für EfA-Leistungen zu beauftragen. Ziel ist ein anbieteroffener Marktplatz, auf dem digitale Verwaltungsdienstleistungen bereitgestellt und bezogen werden können. Der Marktplatz wird derzeit iterativ anhand der Bedarfe der bereitstellenden und nachnutzenden Beteiligten entwickelt.

„Wir brauchen für die OZG-Umsetzung jetzt vor allem Geschwindigkeit, Reichweite und eine Reduktion von Komplexität. Genau das wollen wir als Genossenschaft govdigital mit dem Marktplatz für EfA-Leistungen erreichen.“

Jens Fromm, Projektleiter Marktplatz, govdigital

Mit dem Aufbau des Marktplatzes für EfA-Leistungen will govdigital Bund, Länder und Kommunen dabei unterstützen, bereits vorhandene und durch öffentliche Mittel finanzierte Software-Anwendungen in die Fläche zu bringen. Durch das Zusammenwirken der öffentlichen IT-Dienstleister und der Bund-Länder-Anstalt FITKO ermöglicht der Marktplatz der govdigital den Austausch von EfA-Leistungen über föderale Grenzen hinweg.

„Der Marktplatz ist nicht nur eine technische, sondern auch eine verlässliche rechtlich-organisatorische Lösung. Es wird Kommunen in ganz Deutschland ermöglichen, entweder selbst oder über öffentliche IT-Dienstleister Services zu beziehen, um ihren Bürgerinnen und Bürgern den Online-Zugang zu Verwaltungsdienstleistungen bereitzustellen.“

Martin Schallbruch, CEO govdigital eG

Der Marktplatz kann damit einen essenziellen Beitrag zur Beschleunigung und Vereinfachung der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) leisten. Er bietet einen nutzerzentrierten Lösungsansatz, der alle Beteiligten unterstützt.

Grafik: Vorteile des Marktplatzes für EfA-Leistungen aus Sicht der Bereitsteller und Nachnutzer. (govdigital)

Der Marktplatz wird schrittweise aufgebaut. Das govdigital-Projektteam entwickelt den Marktplatz im engen Austausch mit der FITKO und den Mitgliedern der Genossenschaft. Ein Lenkungsausschuss unter Vorsitz der Freien Hansestadt Hamburg und mit Vertretern von Kommunalen Spitzenverbänden und Bund begleitet das Projekt.

Mit der ersten Minimalversion können bereits die Nutzerführung und erste Funktionalitäten getestet werden. Von dieser Basis aus wird der Marktplatz bedarfsorientiert weiterentwickelt. In einem der nächsten Schritte ist geplant, die bereits in den FIT-Store der FITKO eingestellten EfA-Leistungen als Angebote in den Marktplatz aufzunehmen.

Neben der technischen Realisierung wird in den nächsten Monaten eine Vielzahl an prozessualen, rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen geklärt – govdigital organisiert und unterstützt einen offenen, ehrlichen und kritischen Dialog zwischen den Beteiligten.

 

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